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Veröffentlicht am 04. September 2016

Der Elevator Pitch in der anonymen Bewerbung

Was ist eigentlich ein „Elevator Pitch“?

Eine sehr kurze, überzeugende berufliche Präsentation, die beim Gegenüber vor allem Eines auslöst: Mehr erfahren wollen…

Der Name kommt von der fiktiven Situation, dass man im Lift eine für die eigene Karriere sehr wichtige Person trifft, und nur 30 Sekunden Zeit zur Vereinbarung eines weiterführenden Termins hat, bevor man aussteigt.

Ich habe mich im Selbstversuch gefilmt, ob ich „Mein Produkt“ (die anonyme Bewerbung) in 30 Sekunden „rüberbringen“ kann. (36 Sekunden Film – dafür benötigte Vorbereitungszeit: 2 Stunden 10 Minuten). Eine derartige (gerne auch bessere!) Vorarbeit kann ich allen Bewerber/innen nur wärmstens empfehlen…

Elevator Pitch für anonyme Bewerber/innen

Das verbindende Element von Elevator Pitch und anonymer Bewerbung ist das Fehlen von schriftlichen Vorinformationen. Im Lift hat mein Gegenüber noch kein Dossier von mir gelesen… Das Gleiche gilt für unser System der anonymen Bewerbung, die ja im ersten Schritt dokumentenlos erfolgt.

Daraus ergibt sich eine große Chance für Bewerber/innen, im „Jetzt und Hier“ als Person, als Persönlichkeit zu überzeugen. Wenn man seinen Elevator Pitch gut vorbereitet hat…

Andernfalls kann bei der anonymen Bewerbung der Schuss für Kandidat/innen auch nach hinten losgehen. Mangels Unterlagen ist die „andere Seite“ nämlich auf eine verständliche Präsentation angewiesen.

Qualitätssicherung für Unternehmen

Die Tatsache, dass sich schlecht vorbereitete Kandidat/innen in der anonymen Bewerbung auch „LIVE blamieren“ können, ist in der Praxis ein starkes Vorauswahl-Kriterium.

Es erklärt auch, warum es bei unserem System der anonymen Bewerbung keine „Spaß-Buchungen“ gibt, trotz fehlender Vorselektion anhand von Dokumenten. Die „Egal-es-kostet-ja-nix-Bewerbung“ von unqualifizierten Personen erhalten Unternehmen viel eher auf dem gewohnten Weg über e-mail.

Schattenseiten des Elevator Pitch in der anonymen Bewerbung

Die Risiken für Bewerber/innen wurden bereits erwähnt.

Unternehmen sollten bei sehr guten Bewerberpräsentationen immer auf den „Sweet-Talking-Effekt“ achten. Nur weil jemand sich selbst gut verkaufen kann, heißt das noch lange nicht, dass er/sie auch gut arbeitet. Dieser Rückschluss wäre ebenso fahrlässig wie zu glauben, dass hinter guten Bewerbungsunterlagen immer gute Bewerber/innen stehen…

Darum gilt besonders bei „WOW-Kandidat/innen“:

  • Versuchen, sich auf das Sachliche zu konzentrieren.
  • Die fachliche Eignung kritisch hinterfragen.
  • Den ersten persönlichen Eindruck mit Dokumenten, Einholung von Referenzen und evtl. einem zweiten ausführlicheren Gespräch ergänzen.
  • auf das „Bauchgefühl“ hören.
  • Entscheidung noch einmal überschlafen.

Das Gegenteil von „Sweet-Talkern“ sind schüchterne Menschen. Diese sind – ganz ehrlich: - bei unserer Form der anonymen Bewerbung im Nachteil. Unternehmen können dieses Problem aber sehr einfach und nachhaltig lösen:

  • Die anonyme Bewerbung nicht als einzige Bewerbungsmöglichkeit forcieren.
  • Immer auch einen schriftliche Bewerbungsweg bieten.

Unternehmen, die diese beiden Risikopunkte beachten, können mit einem guten Gefühl in anonyme Bewerbungsgespräche gehen und deren Vorteile genießen.