apply LIVE
Menü
Thumb bildschirmfoto 2016 08 31 um 14.52.02
Veröffentlicht am 31. August 2016

It´s SHOWTIME! Selbstpräsentation in der anonymen Bewerbung

Was Marcus sonst so macht:

Dazu gleich die Einstiegsfrage: Präsentation auf der Bühne und Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch – ist ein Vergleich überhaupt zulässig?

Auf jeden Fall. Beim Vorstellungsgespräch ist es genauso wie beim Casting. Man muss sich selbst vorstellen, ein Schauspieler macht auf der Bühne nichts Anderes als eine Idee von einem Charakter vorzustellen. Das ist sehr wichtig und das kann man erlernen – in beiden Berufen, ob man sich beim Chef vorstellt oder beim Publikum.

80 Prozent der anonymen Bewerbungen finden bei unserem System über das Telefon statt. Da hat man eingeschränkte Präsentationsmöglichkeiten. Hast Du Tips, wie man die Stimme im Vorstellungsgespräch optimal einsetzen kann?

Man sollte klar und deutlich sprechen. Man sollte langsam und verständlich sprechen. Und: weniger ist manchmal mehr. Kurz und bündig. Und den Partner nicht unterbrechen.

Wie kann ich im Bewerbungsprozess als Persönlichkeit mit all meinen Stärken gut „rüberkommen“, sozusagen eine „Marke“ werden?

Na ja, eine Marke zu kreieren – das sagt Dir jeder PR-Manager und jeder der mit Marketing zu tun hat – ist wahnsinnig schwierig. Ich verbringe Stunden damit, meine Marke – die Jonglier-Marke „Mister M“ zu pflegen. Das ist ein Full-Time-Job. Gelernt habe ich´s nicht, ich mache alles wie meinen gesamten beruflichen Werdegang aus dem Bauch heraus.

Ich kann dir kein Standard-Rezept geben, wie man eine Marke etabliert. Aber eine Grundregel ist: authentisch bleiben.

Kommen wir zu Skype: es wird fast ebenso oft bei anonymen Bewerbungen angeboten wie die telefonische Möglichkeit, aber nur sehr selten zur Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch genutzt. Hast Du eine Idee: warum?

Ich denke, das liegt an daran dass es ein neues Medium ist. Nicht jeder hat´s. Video zu telefonieren ist einfach eine ganz andere Möglichkeit, eine andere Erfahrung. Man sieht sofort was Sache ist, wo die Person ist. Beim Telefon kann man auf dem Klo sein und trotzdem noch kommunizieren, beim Skypen geht das nicht (lacht).

Es ist direkter und man muss viel involvierter sein im Gespräch.

Hast Du Vorschläge, wenn man die Möglichkeit bekommt, sich mit Skype beim Vorstellungsgespräch zu präsentieren: was ist wichtig?

Nicht an der Bar skypen (lacht. Anm: wir führen das Gespräch an einer Hausbar). Der Hintergrund ist wichtig, welche Kleidung man trägt. Dass man klar in die Kamera schaut und in Richtung der Person spricht. Man muss beim Videotelefonieren eher die Gewohnheiten eines persönlichen Gesprächs anwenden als beim Telefonieren, wo man nebenbei etwas Anderes tun kann. Skypen im Vorstellungsgespräch erfordert absolute Präsenz.

Stichwort Training: Glaubst Du, dass man die eigene Selbstpräsentation im Vorstellungsgespräch gut trainieren kann?

Auf jeden Fall. Man muss ganz da sein, nicht halbherzig – das merkt der Gesprächspartner sofort.

Natürlich kann das trainieren, man muss aber auch über das Thema Bescheid wissen. Wenn ich mich bei einem Vorstellungsgespräch präsentiere, dann muss ich auch meine fachliche Kompetenz einfließen lassen. Mein Gegenüber muss merken, das ich mich in meinem Job auskenne. Und dass ich mich wirklich dafür interessiere.

Sich selbst zu filmen kann in der Vorbereitung auf die Präsentation im Vorstellungsgespräch hilfreich sein?

Auf jeden Fall. Das ist zwar am Anfang – wenn man sich selber das erste Mal sieht – immer sehr grauenhaft, aber auch lehrreich.

Man kann´s danach eh einfach löschen. Aber wenn man das Ganze objektiv betrachtet, kann man seine Präsentation für das Vorstellungsgespräch durchaus verbessern. Hinsichtlich Wortwahl, Blick, Körperhaltung, Hände. Weil ohne diese Sicht nimmt man das sonst gar nicht so wahr.

Wir danken für das Gespräch!