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Veröffentlicht am 30. September 2016

Was anoynme Bewerbungen in schriftlicher Form bewirken

Wenn unsere Kunden unser System der anonymen Bewerbung verwenden und auf einem Stelleninserat integrieren, können Sie damit rechen, dass ca. 20 % der Bewerber/innen dieses Angebot nutzen. Der Rest sendet wie gewohnt eine schriftliche Bewerbung. In den seltentsten Fällen anonymisiert. Dieses Prinzip hat sich nämlich nach 50 Jahren im deutschen Sprachraum noch nicht durchgesetzt.

Wir haben uns in dieser Sache einmal bei befreundeten Blogs umgehört und von Frau Marlene Keller vom Blog www.anwaltarbeitsrecht.com folgendes Statement erhalten, das wir hier mit freundlicher Erlaubnis veröffentlichen:


Anonyme Bewerbung: Chance oder Beförderung ins Aus?

Eine Bewerbung ohne personenbezogene Daten? Dieses Modell zur Besetzung einer offenen Stelle ist gar nicht so ungewöhnlich, wie es klingt. In vielen Unternehmen wurde es bereits angewendet. Der Hintergrund ist, dass Bewerber oftmals aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Religionszugehörigkeit oder ihres Alters gar nicht erst zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurden. Tatsächlich darf ein Bewerber aufgrund dieser Faktoren zwar nicht abgelehnt werden, nachzuprüfen ist der Ablehnungsgrund jedoch nicht. Die anonyme Bewerbung beugt dieser Art von Diskriminierung vor.

Chancen und Vorteile der anonymen Bewerbung

Frauen, Menschen mit Behinderung und Personen mit Migrationshintergrund erhoffen sich durch die anonyme Bewerbung höhere Chancen, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden. Vorurteile gegenüber eines bestimmten Geschlechts oder einer ethnischen Gruppe werden von vorneherein aus dem Weg geräumt, wenn auf der Bewerbung die Angaben zu Namen, Geburtsdatum, Herkunft, Familienstand und Geschlecht fehlen. Angegeben werden lediglich die erreichten Abschlüsse und Qualifikationen sowie die bereits erlangte Berufserfahrung. Ein fachlich fokussierter Blick bei der Bewerberwahl steht im Vordergrund. Die fehlenden Informationen erhalten die potenziellen Arbeitgeber erst beim Vorstellungsgespräch. Dort muss der Bewerber nach wie vor auch mit seiner Persönlichkeit überzeugen.

Nachteile der anonymen Bewerbung

Klar benachteiligt werden bei der anonymen Bewerbung Berufsanfänger, welche über noch keine ausreichende Berufserfahrung verfügen. Außerdem fehlt das individuelle Profil, das oftmals ausschlaggebend für eine positive Nachricht am Ende des Bewerbungsprozesses ist. Weiterhin wird die Möglichkeit zur Diskriminierung einfach um eine Runde nach hinten verschoben. Auch nach dem persönlichen Gespräch ist eine Absage noch möglich, wie auch beispielsweise die Informationen rund um das Arbeitsrecht auf www.anwaltarbeitsrecht.com zeigen.


Fazit: Wir empfehlen Unternehmen nur dann, Ihren Bewerber/innen eine schriftliche anonyme Bewerbungsmöglichkeit zu bieten, wenn Sie eine dafür geeignete Software-Lösung haben, bei der Kandidat/innen ein geeignetes Online-Formular ausfüllen können. Wenn die Kandidat/innen selber Ihre bestehenden Bewerbungsunterlagen anonymisieren sollen, wird das die Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt sicher nicht vorantreiben.

Veränderungen passieren Schritt für Schritt, deshalb empfehlen auch wir unseren Kunden, immer auch einen „konventiellen“ Bewerbungsweg als Alternative zur anonymen Bewerbung anzubieten. Sonst könnte es (zur Zeit noch) passieren, dass eine Firma am Ende ganz ohne Bewerbungsrücklauf dasteht…